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Seminar "Präventionsschulung gegen (sexualisierte) Gewalt an Kindern und Jugendlichen"
Geschrieben von: Sabrina Malinowski   
13.11.2016

Seminar PräventionMit dem letzten Seminar im Jahr 2016 schließt der AK Seminar der THW-Jugend NRW das Seminarprogramm für dieses Jahr ab. Ein „schwieriges“ aber dennoch sehr wichtiges Thema stand an. Die „Präventionsschulung gegen (sexualisierte) Gewalt an Kindern und Jugendlichen“.

In den vergangenen Jahren wurden bundesweit eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, um den Kinderschutz zu stärken. Das Vorlegen des erweiterte Führungszeugnis ist zum Beispiel ein solcher Schritt. Mit der Präventionsschulung machen wir einen weiteren Schritt. Insgesamt 15 Jugendbeauftragte und Unterstützer der Jugendarbeit haben daran teilgenommen. Der Leitfaden unserer Schulung beinhaltete Themen wie Früherkennung, Handlungsmöglichkeiten und Hilfestellungen.

Früherkennung
Seminar PräventionPastoralreferent Andreas Dahlmann hat uns aufgezeigt, dass Gewalt gegen Kinder und Jugendlichen viele Gesichter hat: Körperliche Misshandlungen, Vernachlässigungen, seelische Gewalt, sexueller Missbrauch, Zeuge häuslicher Gewalt.
Über die Folgen von Gewalt wurden wir ebenfalls aufgeklärt: körperliche und seelische Verletzungen, Erkrankungen, bleibende Erinnerungen, die die Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen können.
Und eins ist auch ersichtlich, jeder geht mit solchen Taten anders um. Jede andauernde Wesensänderung eines Kindes KANN ein Hinweis auf Missbrauch sein – muss es aber nicht!
Dies können zum Beispiel Verletzungen, selbst zugefügte Verletzungen, Essstörungen, Rückzug oder Aggressivität sein.
Andreas Dahlmann erzählte uns, dass sich jedes Opfer sieben mal äußert, bevor ein Missbrauch ans Licht kommt.
In einem Filmbeispiel zeigte uns der Dozent die Geschichte eines kleinen Jungen, welcher von seinen Eltern vernachlässigt und von seinen Mitschülern ausgegrenzt wurde und so letztlich Zuflucht bei seinem Peiniger gefunden hat.

Handlungsmöglichkeiten
Seminar PräventionDoch was tun wir in einem Vermutungsfall? Wichtig ist es Ruhe zu bewahren und keine überstürzten Endscheidungen zu treffen.
Beobachten und Aussagen sowie Situationen dokumentieren. Vertrauen schenken und sich selber Hilfe holen. Dies kann als allgemeiner Handlungsleitfaden beschrieben werden.
Und was tun wir wenn ein Kind, ein Jugendlicher von sexueller Gewalt, Misshandlungen oder Vernachlässigung erzählt? Auch hier gilt Ruhe bewahren, zuhören und Glauben schenken.
Nicht drängen, keine „Warum“-Fragen stellen, keinen Druck ausüben, keine Versprechen oder Zusagen machen, die nicht erfüllbar sind. Partei für den jungen Menschen ergreifen „Du trägst keine Schuld an dem was vorgefallen ist“.
Versichern, dass das Gespräch vertraulich behandelt wird und nichts ohne Absprache unternommen wird aber auch erklären „Ich werde mir Rat und Hilfe holen.“
In unserem Seminar sind wir in Gruppenarbeiten auf verschieden Situationen ausführlicher eingegangen.
Wir haben uns auch mit den Fragen beschäftigt „Wer sind die Opfer“; „Wer sind die Täter“ und was ist überhaupt sexueller Missbrauch.

Hilfestellungen
Seminar PräventionZum Ende unseres Seminars haben wir noch einige Adressen, Telefonnummern und Informationsmaterial mit an die Hand bekommen.
Natürlich hoffen wir alle, dass wir die Unterlagen niemals brauchen.
Wir als Jugendbeauftragte können solche Taten nicht verhindern, wir können aber hin schauen und unseren Junghelfer/innen Vertrauen und ein offenes Gehör schenken.
Zum Wohl und Schutz der Kinder.

Fotos: Gabi Grosser / Michael Philipp
Teilnehmende Ortsverbände: Mülheim/Ruhr, Lengerich, Bottrop, Siegen, Übach-Palenberg, Bergheim, THW Landesverband NRW

 
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